Igor Ustinov

Igor Ustinov ist Bildhauer und ausgebildeter Opernsänger. In London als Sohn von Sir Peter Ustinov und der kanadischen Schauspielerin Suzanne Cloutier geboren, genoss er während seiner Kindheit und Jugend eine internationale Schulausbildung in mehreren Ländern. Er studierte Kunst an der École Nationale Supérieure des Beaux Arts in Paris, schloss ein Studium der Biologie an der Paris VII ab und studierte Gesang am Pariser Konservatorium. Trotz der „Ustinovschen“ Vielseitigkeit der Interessen liegt der Fokus seines Schaffens im Bereich der Bildhauerei. Einer seiner Lehrer war kein geringerer als César Baldaccini, genannt César – einer der berühmtesten französischen Bildhauer und Vertreter des „Nouveau Realisme“. Igor Ustinov ist Mitgründer der Peter Ustinov Stiftung, die seit 2004 unter seiner Leitung als Vorstandsvorsitzender steht. 

Doch nicht nur als Künstler, sondern auch als Erfinder hat sich Igor Ustinov einen Namen gemacht. Bei der 45. Internationalen Messe für Erfindungen in Genf der „Prize of the international Federation of Inventor’s Associations (IFIA)“ für die „beste Erfindung“ verliehen worden für das innovative „Ustinov Construction System“. , das durch die Verwertung von gebrauchtem PET, wie es bspw. in vielen Trinkflaschen vorkommt, zugleich den weltweiten Wohnungsnotstand als auch die Umweltverschmutzung durch weggeworfenen Plastikmüll zu bekämpfen hilft.   

Seine Werke

Seine Werke

„Es ist das Metall, das des Menschen Präsenz verewigt“, sagt Igor Ustinov, der mit Bronze arbeitet. Das Gros seiner Werke zeigt die Bewegtheit des Lebens. Hier sind Assoziationen an den Tanz und die vielen berühmten Familienmitglieder, die Bühnenbilder und Kostüme für das Ballett und die Oper gestaltet haben, zum Beispiel seine Großmutter Nadia Benois durchaus gewollt. Er modelliert elegante, überlängte Bronzeskulpturen, oft streben sie nach oben, in festgehaltenen Momenten des Lebens-Festes, sie sollen zu einer nie vergehenden Wirklichkeit gehören. Seine Figuren haben meist kein Gesicht, die Köpfe sind stark abstrahiert und erinnern an die Ziffer „1“. Dies zeigt nicht zuletzt, dass hier eine überpersönliche und überzeitliche Realität das Thema ist. Das Material Bronze unterstreicht die dargestellte Energie der Bewegung und setzt Akzente von Licht und Schatten. „Ich will die Zeit in einem Kunstwerk einfangen“, ist das Ziel Ustinovs.

 

Humanitäres Engagement

Humanitäres Engagement

Neben den für die Ustinovs unvermeidlich künstlerischen Ambitionen ist Igor Ustinov gesellschaftlich engagiert und führt vor allem das humanitäre Erbe seines Vaters fort. Zu diesem Zweck gründete er zusammen mit seinem Vater im Jahr 1999 die Peter Ustinov Stiftung, deren Vorsitzender er ist. Darüber hinaus ist er aktives Beiratsmitglied des Ustinov Instituts zur Erforschung von Vorurteilen in Wien. „Vorurteile als Hauptgrund für Konflikte“ ist ein Familienthema der Ustinovs, für das sich auch Igor Ustinov beherzt einsetzt. Das „Ustinov Prejudice Awareness Forum“ entstand unter seiner Leitung und Schirmherrschaft. Dieses Forum dient als Plattform zum Austausch rund um das Thema Vorurteile und ihr „Gegenmittel“, die gesellschaftliche Vielfalt und Weltoffenheit. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind hier ebenso zu finden wie Mitglieder des Wiener Ustinov Instituts und des Ustinov Colleges in Durham, Großbritannien. Außerdem engagiert sich Igor Ustinov auch in anderen Stiftungen als Stiftungsrat, u.a. in der Stiftung „Winds of Hope“, Lausanne, Schweiz (Stiftung zur Bekämpfung der Krankheit Noma in Afrika) sowie der Stiftung Carène, Zermatt, Schweiz, einer Stiftung zur Förderung von Bildung und Traditionserhalt.


Als Nachfahre von Alexandre Benois (Sir Peter war ein Großneffe), einem der künstlerischen Köpfe der legendären „Ballets Russes“,  war es Igor Ustinov eine Ehre, den Preis „Prix Benois de la Danse“ zu gestalten. Dieser Preis ehrt in unterschiedlichen Kategorien herausragende Leistungen in z.B. den Bereichen Choreographie, Tänzer oder Bühnengestaltung der internationalen Balletszene. Die Auszeichnung wird jährlich, rund um den Geburtstag von Alexandre Benois am 29. April an unterschiedlichen Spielplätzen oder Opernhäusern in aller Welt überreicht, im Jahr 2015 im berühmten Bolschoi Theater in Moskau.

Suzanne Cloutier

Suzanne Cloutier (1923 – 2003)

Die franco-kanadische Schauspielerin und Mutter von Igor Ustinov wurde in Ottawa, Kanada geboren. Sie kam aus einer großen Familie mit sechs Geschwistern, ihr Vater war Direktor der Nationalen Druckerei Kanadas. Ihre eindrucksvolle Schönheit verhalf der jungen Suzanne zunächst zu einer Karriere als Fotomodell, ein Fotograf entdeckte sie für den Film. Ihre Schauspielkarriere begann sie in der Kompagnie von Charles Laughton, später sollte sie sich Jean Dasté’s Theaterkompagnie in Paris anschließen. Die erste Filmrolle spielte sie für Julien Duvivier in „Eine Heilige unter Sünderinnen“, 1949. Sie wurde jedoch erst durch ihre Darstellung der Desdemona in der Verfilmung von „Othello“, unter der Regie von Orson Welles bekannt. Nach ihrer Heirat mit Sir Peter Ustinov 1954 gab sie ihre gerade aufblühende Filmkarriere zugunsten des Familienlebens auf. Diese zweite Ehe Sir Peter Ustinovs wurde 1971 geschieden. Im Jahre 2003 verstarb Suzanne Cloutier.

Igor im Gespräch