ENDLICH WIEDER SCHULE IN KENIA

Wir freuen uns mit den Kindern in Butere. Endlich können sie wieder in ihre Vorschule gehen. Mit der Wiedereröffnung der ECD-Schule (Early Child Development) bekommen sie ein Stück Normalität und Alltag zurück. So haben sie wieder einen Ort nur für sich, an dem sie wieder Kind sein können.Im Schulgarten und vor den Klassenzimmern stehen nun neue mobile Waschstationen. Hier können sich die Kinder jederzeit mit Wasser und Seife die Hände waschen. Nur durch die Hilfe unserer Spender war es möglich, die vielen behördlichen COVID-Hygienebestimmungen zu erfüllen und die Hürde zur Wiedereröffnung zu nehmen. Dazu musste vieles neu angeschafft werden. Die finanzielle Belastung konnte nicht durch das reguläre Schulbudget getragen werden.In Kenia sind die Vorschulen kostenpflichtig. Kinder, deren Familien sich das Lernen dort nicht leisten können, haben von Anfang an einen schlechten Start für ihre Ausbildung. Die ECD-Schule in Butere unterstützt besonders benachteiligte Mädchen zwischen 1-12 Jahren mit Bildungs- und Aufklärungsmaßnahmen und schafft die Basis für einen erfolgreichen Ausstieg aus einem Leben in Prostitution und Armut.

 

KUNST MACHT MUT IN BOLIVIEN

Seit 6 Jahren unterstützen wir das Hilfsprojekt Teatro Trono der Stiftung COMPA (comunidad de productores en artes). Kinder und Jugendliche im bolivianischen El Alto, einem Vorort der Hauptstadt La Paz, werden durch theaterpädagogische Arbeit in ihrer persönlichen Entwicklung gestärkt. Ihr Alltag ist durch Armut, Diskriminierung und Gewalt geprägt. Die guten Erfahrungen im Theater- und Tanztraining helfen ihnen, mit schwierigen Situationen selbstbewusster umzugehen. Künstler und Pädagogen helfen den Kindern, eigene künstlerische Inszenierungen und Choreografien zu erarbeiten. Auf Festivals, wie dem eigens entwickelten Hosentaschenfestival, präsentieren die stolzen kleinen Künstler ihre Werke der Gemeinschaft.

Das letzte Jahr hat die Pädagogen vor die große Herausforderung gestellt, diese künstlerische Arbeit mit den Kindern, die vor Ort stattfindet, in den virtuellen Raum des Internets zu übertragen. So ist die „Virtuelle Kreative Schule“ entstanden. Sie macht es den Kindern auch aus der Entfernung möglich, mitten im Geschehen zu sein und eigene kreative Projekte gemeinsam mit anderen zu entwickeln.

Gerade in der Krise 2020 hat sich gezeigt, wie wichtig die Kunst für uns alle ist und welche Kraft sie hat, um Kinder in extremen Situationen zu stärken.

Ein sicheres Zuhause für Kinder in Uganda

 

Die Deseret Community School im Dorf Kyamagwa bei Jinja/Uganda stellt zwei Räume zur Verfügung, damit 15 Kinder ein geschütztes Zuhause haben. Die Mädchen und Jungen stammen aus Familien, die zurzeit um ihre bloße Existenz kämpfen und von der Hand in den Mund leben.

Sie können wegen der Pandemie kein Geld mehr verdienen, selbst einfache Tagelöhnerjobs sind weggefallen und feste Arbeitsverhältnisse sind nach wie vor rar. So kommen die Familien selbst kaum über die Runden. Die Schwächsten in der Familie, die Kinder, leiden am meisten unter der Situation, denn sie können nicht mehr mit dem Lebensnotwendigsten versorgt werden.

Gemeinsam mit anderen, in den Räumen der Schule haben die Kinder nun ein wenig Sicherheit, Schutz und Geborgenheit. Sie bekommen so ein kleines Stück Kindheit und Unbeschwertheit zurück. Schulleiterin Rose Lufafa versuchen ihr Bestes, damit ihre Schützlinge ein kleines Stück Unbeschwertheit und Kindheit in ihrem neuen Zuhause erleben können.

Die besondere Betreuung dieser Kinder in Not wird durch die Peter Ustinov Stiftung unterstützt und ausgeweitet. So können in Zukunft noch mehr arme Kinder aufgenommen werden und die Schule sich als sicherer Ort in der Dorfgemeinschaft etablieren.

Helfen Sie mit! Mit Ihrer Spenden schenken Sie Kindern in Uganda ein sicheres Zuhause und eine bessere Zukunft.

ZEIT für Sir Peter. Zum 100. Geburtstag unseres Stifters.

Das Jahr 2021 ist ein ganz besonderes Jahr für die Peter Ustinov Stiftung. Am 16. April wäre Sir Peter Ustinov 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass führt er auch die Reihe der Jubilare im Feuilleton der ersten ZEIT-Ausgabe 2021 an. Anbei die schöne Hommage an Sir Peter.

Peter Ustinov: Der gute Bär

Von Peter Kuemmel

31. Dezember 2020, 20:49 Uhr DIE ZEIT Nr. 1/2021
 

Sir Peter Ustinov hat gegen den kleinlichen Zorn seinen Witz gesetzt: Als Weltbürger und Komiker. Er wäre in der Lage gewesen, Europa im Alleingang zusammenzuhalten.

Am 16. April 2021 feiern wir den 100. Geburtstag eines Mannes, der das brüchige europäische Ideen- und Staatengebilde durch seine Person retten könnte, wenn er denn noch lebte. Er sprach unzählige Sprachen, hatte russische, französische, deutsche, schweizerische, italienische und äthiopische Wurzeln. Er war ein Weltmann, fast zwangsläufig also: Komiker.

Peter Ustinov war das einzige Kind einer russischen Französin und eines deutschen Russen. Er wuchs in London auf, wo sein Vater, Jona von Ustinov, der im Ersten Weltkrieg Flieger der deutschen Armee gewesen war, nun als Agent des britischen Geheimdienstes arbeitete. Weil er oft allein war, dachte Peter sich unsichtbare Gefährten aus und erlebte, dass man sich Gesellschaft verschaffen kann, indem man in fremden Stimmen spricht. Später war er imstande, ganze Sinfonieorchester zu dirigieren, die allein aus ihm selbst bestanden.

Er erkannte, dass der schönste Weg zur Freiheit die fremde Sprache ist. Faszinierend war schon die Vielzahl der Sprachen! Ustinov wollte sie alle verstehen. Für ihn waren sie Spiele, Kostüme, Möglichkeiten der Selbsterweiterung.

Seine Soloabende boten Mentalitätsessenzen, beruhend auf ansatzloser Verwandlung. Der Sohn des Jona von Ustinov war vom Naturell her mindestens Doppelagent – mitten im Satz konnte er Sprache und Heimatland zurücklassen und als ein ganz anderer wieder auftauchen: als Dünkelbrite, aufbrausender Russe oder deutscher Sturkopf.

Er war eine barocke, seinen Begabungen in alle Richtungen nachjagende Jahrhundertfigur – von der Queen zum Ritter geschlagener Schauspieler, Regisseur, Dramatiker, zweifacher Oscar-Gewinner, Romanautor, Universitätsdirektor, Komiker, Diplomat, Wohltäter, Lebensretter.

Im England zwischen den Kriegen war er ein Eliteschüler, aber ein armer, noch dazu deutschstämmiger – er erlebte jenen Standesdünkel und jene Arroganz, die, ins Szenische gewendet, zum Antrieb seiner Komik wurden. Das Maß an Aggression, mit dem er aus Gemeinschaften ausgestoßen worden war, gab er seinen Parodien mit: So entstand Rückstoßkomik. Das Agentenkind spähte selbst Menschen aus, nämlich jene, die hinter Rang, Status, Reichtum, Verachtung sich verschanzten. Society, von Peter Ustinov dargestellt, war ein albernes System der hochmütigen Sichherablasser und der hechelnden Aufsteiger.

Er selbst wurde vom Außenseiter rasch zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt. Zwei Oscars (für seine Rolle als Sklavenhändler in Stanley Kubricks Spartacus, 1960, und für die eines tapsigen Ganoven in Jules Dassins Topkapi, 1964) brachten ihm Weltruhm, zuvor schon war seine Darstellung des Kaisers Nero (in Quo Vadis, 1951) unvergesslich geraten. Aber der berühmte Mann vergaß nie, was er mal gewesen war. Er zeigte selbst gegenüber Gesellschaften, die nur zusammengekommen waren, um ihn zu feiern, das Misstrauen eines Mannes, der damit rechnet, jeden Moment ausgestoßen zu werden. Er blinzelte argwöhnisch in die Runde und war erst dann entspannt, wenn er spielen – und in anderen Figuren verschwinden konnte. Wobei er eigentlich gar nicht in den anderen, die er darstellte, aufging: Er fraß sie eher spaßhaft wie ein guter Bär und nahm ihre Eigenheiten an, die Bewegungen des Beutetiers bewahrend, das er verschlungen hatte. Er fraß sich voll mit fremdem Leben. Und verschaffte sich Zugang zu allen Gesellschaftsbereichen: indem er sie spielte. Er erfasste über die Menschen hinaus auch die Tiere, die er mit Ehrfurcht darstellte, und die Dinge (Türscharniere, Automotoren, Musikinstrumente), die er nicht nur nachahmte, nein: Es schien, als versetze er sich in sie hinein. Er wollte alles verstehen, aus allem sprechen, was ihn umgab.

Er gründete eine Stiftung, die benachteiligten Kindern den Zugang zu Bildung und Wohlstand erleichtert. Er war für Unicef als Botschafter in den entlegensten Weltgegenden. Er nahm jedes Wesen, das er darstellte, in Schutz gegen das Vorurteil.

1961 verfilmte er Herman Melvilles Roman Billy Budd, er führte Regie und spielte die Rolle eines englischen Kriegsschiffskapitäns namens Vere. Dieser Vere lässt den besten und gütigsten Mann auf seinem Schiff hinrichten, weil es das Gesetz so verlangt. Billy Budd ist ein meisterhafter Film und hat einen unvergesslichen Schluss: Die Schiffsbesatzung lässt die Erhängung Billy Budds entsetzt geschehen, dann aber schlägt die Lähmung um in Hass auf die Vorgesetzten – es droht Meuterei. Doch nun peitscht von einem unbemerkten französischen Schiff ein Kanonenschuss herüber. Sodass die Aggression an Bord sich anders entlädt: gegen den herannahenden Feind. Selten wurde ein Kippmoment so schlüssig inszeniert. Ustinov erteilt uns in Billy Budd diese Lehre: Krieg brauchen wir, um den Hass in den eigenen Reihen zu kontrollieren. Woraus folgt: Wer Krieg verhindern will, muss mit dem Allerkleinsten, dem Zorn auf den Nächsten, beginnen. Ustinov hat gegen den Zorn sein ganzes Leben gesetzt. Im Jahr 2004 starb er. Man hat solchen Witz seitdem nicht erlebt.

Ali Taşbaşı neuer Vorstand der Peter Ustinov Stiftung

Seit Anfang des Jahres wird die Peter Ustinov Stiftung von einer Doppelspitze geleitet. Neben den bisherigen Vorstand Marie Korbel tritt nun Ali Taşbaşı.
Der Stiftungsrat der Peter Ustinov Stiftung hat Ali Taşbaşı zum Mitglied des Vorstandes der Stiftung berufen. Ali Taşbaşı war von 2019 an im Stiftungsrat tätig, ehe er zum Vorstand bestellt wurde.
„Ich danke dem Stiftungsrat für das Vertrauen und freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Stiftungsrat, mit meiner Vorstandskollegin Frau Marie Korbél und dem gesamten Team. Junge Menschen brauchen eine Perspektive, ungeachtet von ethnischer Herkunft, Religion und gesellschaftlicher Stellung. Der Zugang zur Bildung ist ein wichtiger Schlüssel, um Kinder und Jugendliche in die Lage zu versetzen, ihre eigene Persönlichkeit und Talente zu entwickeln und Zukunftsaussichten zu haben. Die Peter Ustinov Stiftung unterstützt und fördert dies seit über 20 Jahren. Es ist mir daher eine besondere Ehre, im Vorstand der Stiftung mitzuwirken“, so Ali Taşbaşı.
„2021 wäre mein Vater 100 Jahre alt geworden. Wir freuen uns sehr, dass Ali Taşbaşı zum 100. Geburtstagsjahr unserem Wunsch folgte Vorstand zu werden und somit den Vorstand komplettiert. Ali Taşbaşı verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Wirtschaft und in internationalen Märkten und Kulturen, die er in die erfolgreiche Weiterentwicklung der Stiftung einbringen wird“, sagte Igor Ustinov, der Vorsitzende des Stiftungsrates.
„Mit seiner Vita bringt Ali Taşbaşı neue Impulse und einen frischen Blick in die Stiftung ein, weshalb ich mich sehr auf die Zusammenarbeit freue“, ergänzte die Vorstandsvorsitzende Marie Korbel.
Ali Taşbaşı ist seit 2017 als Gründungspartner und Geschäftsführer der Corporate Finance Beratung ROOTS Advisory in Frankfurt am Main tätig. Davor war er bei führenden Corporate Finance Beratungsunternehmen in Führungspositionen tätig und verfügt über mehr als 20 Jahre an Erfahrung. Seine Beratungsschwerpunkte sind nationale und internationale Unternehmenstransaktionen. Er studierte Politikwissenschaften mit den Schwerpunkten Volkswirtschaftslehre und Internationale Beziehungen an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

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