Kongress zur Gewalt- und Suchtprävention in Catamarca

Ende April ging der erste internationale Kongress zur Gewalt- Sucht- und Suizidprävention in Catamarca, Argentinien zu Ende. Über 2.000 Fachleute aus dem In- und Ausland kamen zusammen, um sich in diversen Vorträgen zur Präventionsarbeit zu informieren. Da auch in Argentinien und den angrenzenden Ländern die Problematik des Menschenhandels immer mehr zunimmt, sprach unser Mitarbeiter Andreas Wenzel über Möglichkeiten, den Handel mit Zielen der sexuellen Ausbeutung an verschieden Stellen zu unterbinden. In diesem Zusammenhang konnte er die Erfahrungen mit der von der Peter Ustinov Stiftung unterstützten Organisationen #Rescue Foundation, #Maiti Nepal und #Rights Jessore vorstellen und Handlungsalternativen für die betroffenen Länder in Lateinamerika entwickeln. Die Psychologin Marisol Álvarez-Wenzel konnte auf dem internationalen Kongress die durch die Ustinov Stiftung unterstützten Projekte der IDEA Foundation (Indien) und Teatro Trono (Bolivien) vorstellen. Dabei entwickelte sie einerseits den Zusammenhang zwischen inklusiver Bildung und Empathie, anderseits zwischen offener Theaterarbeit und Empathie. In beiden durch die Stiftung unterstützten Projekten ist Empathie mit den Zielgruppen nur dann zu erreichen, wenn man gewisse gesellschaftliche Barrieren überschreitet. Diese kreative Transgression wurde den über 2.000 teilnehmenden Fachleuten näher gebracht, um sie in ihrer Arbeit mit ihren Patienten und Klienten in der Praxis umzusetzen. 

COMPA hat mich durch die Kunst verändert

Silvia Alvares Pati ist 18 Jahre alt und Mitglied der Theatergruppe TEATRO TRONO. Im letzten Jahr war sie mit Teatro Trono im Rahmen der KinderKulturKarawane 2015 in Deutschland und Dänemark unterwegs.
Silvia hat in einem der von der Peter Ustinov Stiftung seit April 2015 unterstützten Kulturhäuser von COMPA das Projekt kennengelernt und ihre Liebe zum Theater entdeckt. „Ich heiße Silvia und bin 18 Jahre alt. Wir sind eine siebenköpfige Familie, das kleinste Familienmitglied wurde vor zwei Wochen geboren. Im vergangenen Jahr habe ich die Schule abgeschlossen. Gerade überlege ich, welche Fächer ich studieren soll. Ich bin vor vier Jahren zu Compa gestoßen. Seither hat sich mein Leben sehr verändert, denn jetzt mache ich, was mir Spaß macht: tanzen und Theaterspielen. Sogar meine Eltern haben die Veränderung bemerkt, denn bevor ich das Kulturhaus von Compa kennenlernte, war ich ziemlich schüchtern und konnte mich nicht gut ausdrücken. Compa hat mich durch die Kunst verändert. Der Tanz und das Schauspielern hat meine Persönlichkeit geformt. Ich kann jetzt ausdrücken, was ich fühle. Ich war bei vielen Auftritten begeistert dabei, einmal durfte ich mit den Tronos sogar nach Europa reisen mit der KinderKulturKarawane. Das war eine einzigartige Erfahrung. Niemals hätte ich gedacht, dass ich die andere Welt sehen könnte. Das alles habe ich Compa zu verdanken. Compa hat mir gezeigt, dass das Leben bunt ist, dass es keine Grenzen gibt. Compa hat mein Leben in vielerlei Hinsicht verändert – und tut es auch weiterhin.“

¡ARRIBA EL ALTO!

¡ARRIBA EL ALTO! ist ein Aufruf an eine ganze Generation. El Alto, die Millionenstadt oberhalb von La Paz in Bolivien ist jung und voller Widersprüche. In einem Theater in Hurlingham, Buenos Aires, konnte unser Mitarbeiter für die Auslandsprojekte, Andreas Wenzel, die 12-köpfige Crew dabei beobachten, was es heißt, "Teatro Comuntaria" (in etwa "Gemeinschaftstheater) zu machen. Die Menschen in El Alto kommen aus den Anden, sind Teil der "Kultur der Steine", wie sie sich selbst nennen, einer "Kultur des Schweigens" und haben nie gelernt, sich auszudrücken. Daher drückt Teatro Trono für sie das aus, was die Menschen dort tagtäglich erleben: mit knapper Sprache und Szenen erzählt es vom „Kampf ums Überleben“, den politischen und sozialen Konflikten, vom Alkoholmissbrauch und seinen Folgen in den Familien.  Das Leben selbst jedoch bahnt sich immer wieder mit Witz und Humor und mit viel Liebe einen Weg. Teatro Trono zählt mittlerweile unumstritten zu den wichtigsten Theaterkompanien auf dem Lateinamerikanischen Kontinent. Neben den zahlreichen Aufführungen wie derzeit auf ihrer Tournee durch mehrere südamerikansiche Länder wie Argentinien, Chile, Brasilien und Paraguay macht die gesamte Crew Workshops mit Interessierten auf den verschiedenen Stationen ihrer Tournee. Dabei kommen Theaterschaffende und Theatergruppen zusammen, die sich untereinander austauschen.

Das in El Alto, Bolivien ansässige Teatro Trono wird von der Peter Ustinov Stiftung seit 2015 unterstützt. Spenden unter http://www.ustinov-stiftung.de/spenden

Nepal: Kampf gegen Zwangsheiraten

Rinku Thakur, Nachrichtensprecherin bei einem Lokalradio, floh zu unserem Partner Maiti Nepal, da ihr Vater sie für etwa 130.000 Nepalesische Rupies (rund 1.000 Euro) als Braut nach Indien verkaufen wollte. So lange Zwangsheiraten nicht strafrechtlich verfolgt werden, wird es leider noch Hunderte Fälle wie denjenigen von Rinku Thakur geben. Die Peter Ustinov Stiftung unterstützt Maiti Nepal darin, junge Frauen zu schützen und ihre Rechte zu stärken.

Flüchtlingshilfe Plauen e.V.

Über 30 durch die Flüchtlingshilfe Plauen e.V. betreute Flüchtlingskinder können sich schon bald über unser Kreativ-Pake freuen. Bevor sie mit neuen Mal- und Bastelutensilien versorgt werden, haben die Kinder schon mal mit unserer #WelcomeChildren-Vorlage „geübt“ und sowohl der Flüchtlingshilfe als auch ihrem neuen Heimatland ihre Dankbarkeit ausgedrückt. Auch die Helfer machten mit. Vielen Dank!
 

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