Wissenschaftliche Konferenz am Sir Peter Ustinov Institut

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Andreas Beelmann findet am Sir Peter Ustinov Institut vom 13. bis 14. Mai eine Konferenz zum Thema  „Vorurteile und Sozialentwicklung: Bildung und Prävention im Kindes- und Jugendalter“ statt. Die diesjährige Konferenz des Ustinov Instituts hat zum Ziel, Wege aufzuzeigen, wie Vielfalt in Bildungseinrichtungen als Chance erlebt werden kann,  was Bildungseinrichtungen dazu beitragen können, die Entstehung von Vorurteilen bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern und sie soll eine Sensibilisierung gegenüber einer Politik bewirken, die vorhandene Vorurteile als Basis für die Durchsetzung ihrer politischen Vorstellungen nutzt. Denn nicht immer wird der Wandel hin zu einer Gesellschaft der Vielfalt notwendigerweise als Chance begriffen, sondern häufig als Bedrohung . Dies steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Verunsicherung in der gegenwärtigen Situation, in welcher frühere Gewissheiten, etwa sichere „lebenslange“ Arbeitsplätze, die daraus resultierende materielle Absicherung, oder die vormalige (realistische) Chance des sozialen Aufstiegs der nachfolgenden Generation verloren gegangen sind. 

Beginn Montag, 13. Mai, 10 Uhr, in der SkyLounge der Universität Wien mit dem Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Lösel zu „Resilienz und protektive Faktoren in der Sozialentwicklung und gegen Extremismus“ 

Gastvortrag von Dr. Ilker Atac am Sir Peter Ustinov Institut

Das „Refugee Protest Camp Vienna“ startete im Jahr 2012 als Protest gegen die Zustände im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen sowie Probleme im Asylverfahren. Was als Protestmarsch anfing, verwandelte sich in eine sichtbare Protestbewegung von Asylsuchenden und Aktivist*innen. In diesem Vortrag wird Ilker Atac ausführen, wie die Protestbewegung durch eine Form von „Contentious Politics“ gegen die Ausgrenzungspolitiken stand und inwiefern der Bewegung eine Verbesserung der Rechte und Lebensbedingungen der Asylsuchenden gelang. Im Zentrum stehen unterschiedliche Widerstandsformen, Formen der Mobilisierung und des kollektiven Handelns und wie die Bewegung von sozial isolierten Räumen ins Zentrum der Stadt wechselte, dort ein Protestcamp im Sigmund-Freud-Park aufstellte, und im weiteren Verlauf Schutz in der Votivkirche aufsuchte. Im Vortrag wird auch diskutiert, inwiefern die räumlichen Strategien der Protestbewegung für den Aufbau von sozialen Beziehungen eine wichtige Rolle spielten. 

Donnerstag, 1. Juni 2017 von 16:45 bis 18:15 Uhr im Hörsaal 31 Hauptgebäude Universität Wien (Universitätsring 1, 1.Stock, Stiege 9, A-1010 Wien)